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Wenn Gänse fliegen wollen

Lippegänse können fliegen, vor allem, wenn sie in neue, nicht vertraute Umgebung kommen. Bei der Zusammenstellung neuer Zuchtpaare ist es deshalb ratsam, den neuen Partner am Wegfliegen zu hindern, um sich Ärger, Tränen und Geld zu sparen. Ein probates Mittel ist das Stutzen der Armschwingen (siehe Zeichnung, dunkle Federn) mit Hilfe einer scharfen Rosenschere. Die Gans bekommt dann nicht mehr genügend Auftrieb zum Fliegen. Der Schnitt sollte etwa in Höhe der Spitzen der Flügeldecken erfolgen (vgl. weiße Linie in der Zeichnung). Es reicht, wenn nur ein Flügel beschnitten wird. Wer sich nicht sicher ist, zählt die 11 Handschwingen von außen nach innen ab und kommt so zu den Armschwingen. Bei der nächsten Mauser werden die verbliebenen »Stummel« durch neue Federn ersetzt und bis dahin wird sich der neue Partner bzw. die Partnerin (hoffentlich) eingewöhnt haben.

Hilfreich ist es auch, neu erworbene Gänse in den ersten Tagen (ggf. abgetrennt) im Stall zu lassen, damit sie sich an die neue Umgebung und Artgenossen gewöhnen können.

Bernd Pohl

Gänseflügel
1 = Handschwingen (bei Gänsen 11), 2 = Armschwingen, 3 = Schulterfedern, 4 = Daumenfittich, 5 = Flügeldecken